Schutzgebiete

Landschaftsschutzgebiete

Von dem ca. 62.300 ha umfassenden Naturpark wurden zum Erhalt der historisch gewachsenen Kulturlandschaft und seiner Erholungsfunktion ca.62 % unter Landschaftsschutz gestellt.

Von diesen 62 % werden 36.592 ha vom LSG Nuthetal-Beelitzer Sander eingenommen. Ein kleinerer Anteil im Nordwesten mit 1.959 ha zählt zum LSG Potsdamer Wald- und Havelseengebiet und ein weiterer sehr kleiner Teil mit 131 ha ist zum LSG Baruther Urstromtal und Luckenwalder Heide zugehörig.

Naturschutzgebiete

Ca. 20 % der Fläche des Naturparks umfassen Gebiete, die zum Erhalt besonders schutzwürdiger und schutzbedürftiger Arten und Biotope als Naturschutzgebiet ausgewiesen sind. In diesen Gebieten hat der Naturschutz Vorrang vor allen anderen Nutzungsansprüchen. Die ältesten Naturschutzgebiete wurden bereits 1937 (NSG Rauhes Luch) und 1961 (NSG Zarth) festgesetzt.

NSG Nuthe-Nieplitz-Niederung

NSG Nuthe-Nieplitz-Niederung

Silberreiher über dem Blankensee (Foto: Rita Maschke)
Silberreiher über dem Blankensee (Foto: Rita Maschke)

Naturschutzgebiet Nuthe-Nieplitz-Niederung (rund 4900 ha)

Das mehr als 4900 Hektar große NSG "Nuthe-Nieplitz-Niederung" wurde 1995 festgesetzt. Vom Siethener Elsbruch im Norden erstreckt es sich entlang der von der Nieplitz durchflossenen Seenkette bis in den Bereich von Pfefferfließ und Pfeffergraben vor Dobbrikow.

Ausgedehnte Niedermoorbereiche und flache Talsande werden von weichseleiszeitlich geprägten Stauch- und Endmoränen umgeben. Vor allem die an relativ hohe Wasserstände gebundenen Standorte wie Feucht- und Frischwiesen, Moore und Bruchwälder und andererseits aber auch die Trockenrasen beherbergen eine Vielzahl seltener Tier- und Pflanzenarten.

Für über 60 Vogelarten der Roten Liste der gefährdeten Tiere in Brandenburg ist die Niederung ein wichtiges Brut- und Nahrungsgebiet, für viele Zugvögel ein ideales Rast- oder Überwinterungsgebiet.

Naturschutzgebietsverordnung

NSG Forst Zinna-Jüterbog-Keilberg

Düne Jüterbog (Foto: Sebastian Hennigs)
Düne Jüterbog (Foto: Sebastian Hennigs)

NSG Forst Zinna-Jüterbog-Keilberg (rund 7188 ha)

Eine großräumig unzerschnittene und nährstoffarm gebliebene Landschaft mit einer großen Vielfalt von Ökosystemen und Arten, insbesondere Sandheiden mit Besenheiden und Ginster auf Binnendünen, offene Grasflächen mit Straußgras und Silbergrasfluren auf Binnendünen, trockene Heidegebiete (alle Untertypen), natürliche und halbnatürliche Fließgewässerabschnitte, Übergangs- und Schwingrasenmoore, alte bodensaure Eichenwälder auf Sandebenen, mesotrophe Gewässer mit Zwergbinsenfluren, Vegetation zeitweilig trocken fallender Ufer- und Moorwälder mit Restbeständen von Erlen- und Eschenwäldern und südlicher Hauptlauf der Nuthe und naturbelassene Quellbachsysteme mit Begleitsäumen des naturnahen Stieleichen-Hain-buchenwaldes und des Erlen- und Erlen-Eschenwaldes; Lebensraum für die FFH-Arten Fischotter, Rotbauchunke, Kammmolch und Helm-Azurjungfer. Rückzugsraum und potentielles Wiederausbreitungszentrum von besonders und streng geschützten Tierarten, insbesondere Rauhfußkauz, Kranich, Bekassine, Baumfalke, Ziegenmelker, Wiedehopf, Brachpieper, Schwarzkehlchen, Raubwürger, Laubfrosch und Schlingnatter.

Naturschutzgebietsverordnung

NSG Bärluch

NSG Bärluch

Bärluch (Foto: Katrin Greiser / Naturparkverwaltung
Bärluch (Foto: Katrin Greiser / Naturparkverwaltung

Naturschutzgebiet Bärluch (rund 160 ha)

Lebensraum von Pflanzengesellschaften, insbesondere charakteristischer und seltener, in ihrem Bestand bedrohter Gesellschaften der Bruchwälder, Eichenmischwälder, Feuchtwiesen, Moore und Moorseen. Lebensraum wildlebender Tierarten, insbesondere einer für strukturreiche Waldstandorte und Feuchtgebiete typischen Brutvogelfauna mit seltenen, in ihrem Bestand bedrohten oder störungsempfindlichen Arten. Einer hohen Zahl, überwiegend in ihrem Bestand bedrohter Amphibien- und Reptilienarten, einer artenreichen, an Wälder, Feuchtgebiete oder Saumstandorte gebundenen Tagfalterfauna, mit spezialisierten und in ihrem Bestand bedrohten Arten.

Naturschutzgebietsverordnung

 

NSG Oberes Pfefferfließ

NSG Oberes Pfefferfließ

Pfefferfließ (Foto: Katrin Greiser / Naturparkverwaltung)
Pfefferfließ (Foto: Katrin Greiser / Naturparkverwaltung)

NSG Oberes Pfefferfließ (rund 125 ha)

Seltene, in ihrem Bestand bedrohte nährstoffarme Moortümpelgesellschaften, Kleinseggenrasen, Röhricht- und Großseggengesellschaften, Trockenrasen sowie Stieleichen-Hainbuchenwald. Lebens- bzw. Rückzugsraum wildlebender Tierarten, insbesondere für Sumpf- und Wasservögel, Wiesenbrüter, an aquatische Lebensräume gebundene Säugetiere und einer bemerkenswerten Fischfauna.

Naturschutzgebietsverordnung

NSG Zarth

NSG Zarth

Feuchtwiese mit Orchideen (Foto: Peggy Steffenhagen)
Feuchtwiese mit Orchideen (Foto: Peggy Steffenhagen)

Naturschutzgebiet Zarth (rund 251 ha)

Etwa drei Kilometer östlich von Treuenbrietzen liegt der Zarth, ein knapp 300 Hektar großes Naturschutz- und FFH-Gebiet. Der häufige Wechsel von Wald, Gebüsch, Wiese, Moor, Sumpf und offenem Wasser ist der Grund für seine große Artenvielfalt. Hier finden seltene Vogelarten wie Kranich, Eisvogel, Braunkehlchen und Wiesenpieper noch einen geschützten Lebensraum.

Die niederen, feuchten Standorte im Zarth, dem "Teufelswald", sind mit Niederungswald (Erlen- und Erlen-Eschenwälder) bestanden, höhere Standorte nehmen Stieleichen-Hainbuchenwälder ein. Beide Waldarten sind in Brandenburg inzwischen selten geworden.

 

NSG Rauhes Luch

Schmalblättriges Wollgras (Foto: Peggy Steffenhagen)
Schmalblättriges Wollgras (Foto: Peggy Steffenhagen)

NSG Rauhes Luch (rund 42 ha)

Oligo- bis mesotropher Verlandungskomplex in für Branden-burg typischer Ausprägung, bestehend aus artenreichem Hochmoor mit ausgedehnten Wollgrasrasen und Ansätzen zur Bildung von Hochmoorwäldern. Brutgebiet von Kranich und Bekassine sowie Nahrungsgebiet des in der nahen Umgebung brütenden Seeadlers.

Natura 2000 - FFH- und SPA Gebiete

Fast alle NSG-Flächen (ausgeschlossen sind die NSG Oberes Pfefferfließ und NSG Bärluch) wurden in das europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000 aufgenommen. Das Netz dient dem Erhalt von Lebensräumen und Arten und damit der langfristigen Sicherung der biologischen Vielfalt innerhalb der Europäischen Union. Dieses weltweit größte Schutzgebietsnetz bezieht die unterschiedlichen Landschaften Europas ein und sichert Korridore für wandernde oder ziehende Tierarten im dicht besiedelten Europa. Das Netz setzt sich aus FFH-Gebieten (Fauna - Tierwelt, Flora - Pflanzenwelt, Habitat - Lebensraum) und Vogelschutzgebieten (SPA = Special - Besondere, Protected - Schutz, Area-Gebiete) zusammen. Innerhalb des Naturparks Nuthe Nieplitz wurden 10 FFH - Gebiete ausgewiesen. Zwei dieser FFH-Gebiete sind zugleich SPA-Gebiet. Eine Beschreibung der Natura 2000 Gebiete finden Sie unter folgendem Link: