Schutzgebiete

Landschaftsschutzgebiete

Ca 66 %  der Naturparkfläche wurden zum Erhalt der historisch gewachsenen Kulturlandschaft und seiner Erholungsfunktion als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.

LSG Nuthetal-Beelitzer Sander  anteilig 36.592 ha innerhalb des Naturparks

LSG Potsdamer Wald- und Havelseengebiet anteilig 1.959 ha innerhalb des Naturparks

LSG Baruther Urstromtal und Luckenwalder Heide anteilig 131 ha innerhalb des Naturparks

LSG Wittbrietzener Feldflur  2.912 ha - liegt vollständig im Naturpark 

Naturschutzgebiete

Ca. 21 % der Fläche des Naturparks umfassen Gebiete, die zum Erhalt besonders schutzwürdiger und schutzbedürftiger Arten und Biotope als Naturschutzgebiet ausgewiesen sind. In diesen Gebieten hat der Naturschutz Vorrang vor allen anderen Nutzungsansprüchen.

Natura 2000 - FFH- und SPA Gebiete

Fast alle NSG-Gebiete (ausgeschlossen sind die NSG Oberes Pfefferfließ und NSG Bärluch) wurden in das europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000 aufgenommen. Dieses Netz bezieht die unterschiedlichen Landschaften Europas ein und sichert Korridore für wandernde Tierarten im dicht besiedelten Europa. Das Netz setzt sich aus FFH-Gebieten (Fauna-Tierwelt, Flora- Pflanzenwelt, Habitat-Lebensraum) und Vogelschutzgebieten (SPA = Special-Besondere, Protected-Schutz, Area-Gebiete) zusammen. Innerhalb des Naturparks Nuthe Nieplitz wurden 10 FFH - Gebiete ausgewiesen. Zwei dieser FFH-Gebiete sind zugleich SPA-Gebiet.

NSG, FFH, SPA-Gebiet Nuthe-Nieplitz-Niederung

Eine Gruppe von Kranichen am Himmel fliegend © Dr. Rainer Zelinski
Kranichanflug (© Dr. Rainer Zelinski)

NSG, FFH, SPA-Gebiet Nuthe-Nieplitz-Niederung (rund 5600 ha)

Das Schutzgebiet gilt als bedeutendes Rast- und Brutgebiet für zahlreiche Vogelarten. Prägend sind neben den Fließgewässern Nuthe, Nieplitz und Pfefferfließ die schilfumrandeten Stillgewässer wie der Blankensee, Riebener See, Grössinsee, Schiaßer See und Gröbener See sowie die nach dem Stilllegen der Schöpfwerke gebildeten Flachseen bei Stangenhagen. Die auf Niedermoor an hohe Wasserstände gebundenen Feuchtwiesen und -weiden, Binnensalzstellen und Bruchwälder im Mosaik mit auf nährstoffarmen Sandböden wachsenen Trockenrasen beherbergen eine Vielzahl an geschützten Tier- und Pflanzenarten.

Naturschutzgebietsverordnung

NSG, FFH, SPA-Gebiet Forst Zinna-Jüterbog-Keilberg

Nahaufnahme einer Sanddüne, vereinzelt mit Silbergras und Sandsegge © Sebastian Hennigs
Eine Wanderdüne auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Luckenwalde (Brandenburg) (© Sebastian Hennigs)

NSG Forst Zinna-Jüterbog-Keilberg (rund 7188 ha)

FFH Forst Zinna Keilberg und Teilfläche des SPA-Gebütes Jüterbog Ost und West

Bei dem Gebiet handelt es sich um einen ehemaligen Truppenübungsplatz. Nach Einstellung des Übungsbetriebes 1992 haben sich im Zentrum weiträumige Silbergrasfluren auf Flugsanddünen und Trockene Sandheiden gebildet. In den weiteren Sukzessionsstadien treten Vorwälder trockener Standorte auf. Weiterhin kennzeichnen naturnahe Fließgewässerabschnitte, Quellmoorwald, Erlen-Eschenwald in Bachschluchten, Reste von Stieleichen-Hainbuchenwald und Pfeifengraswiesen das Geiet. Das großflächig unzerschnittene Gebiet bietet zahlreichen Arten optimale Lebensbedingungen, wie zum Beispiel Rotbauchunke, Kammmolch, Laubfrosch, Schlingnatter, Fischotter. Dazu konnten 134 Vogelarten, davon 33 Arten der Roten Liste von Brandenburg und 20 Arten der Roten Liste Deutschlands erfasst werden.

Naturschutzgebietsverordnung

 

NSG Bärluch

Feuchtwiese von Wald umrandet und bewölkter Himmel © Katrin Greiser
Moorkörper im Baerluch (© Katrin Greiser)

NSG Bärluch (rund 160 ha)

Die Schutzwürdigkeit des kleinflächigen Gebietes bedingt sich durch das Vorkommen in ihrem Bestand bedrohter Gesellschaften der Bruchwälder, Eichenmischwälder, Feuchtwiesen, Moore und Moorseen. Das Gebiet ist Lebensraum einer für strukturreiche Waldstandorte und Feuchtgebiete typischen Brutvogelfauna, einer hohen Zahl bedrohten Amphibien- und Reptilienarten sowie einer artenreichen, an Wälder, Feuchtgebiete gebundenen Tagfalterfauna.

Naturschutzgebietsverordnung

 

NSG Oberes Pfefferfließ

Schmaler Bach fließt durch grüne Wiesen. Im Hintergrund steht ein Antennenmast in dichten Wald. © Anton Lehnig
Pfefferfliess (© Anton Lehnig)

NSG Oberes Pfefferfließ (rund 125 ha)

Das kleinflächige Gebiet beherbergt in ihrem Bestand bedrohte nährstoffarme Moortümpelgesellschaften, Kleinseggenrasen, Röhricht- und Großseggengesellschaften, Trockenrasen sowie Stieleichen-Hainbuchenwald. Diese Biotope sind Lebens- bzw. Rückzugsraum insbesondere für Sumpf- und Wasservögel, Wiesenbrüter und an aquatische Lebensräume gebundene Libellenfauna, Säugetiere und einer bemerkenswerten Fischfauna. 

Naturschutzgebietsverordnung

NSG, FFH-Gebiet Zarth

Erlen- und Birkenbruchwald mit Wasser gefüllt und mit Seggenbulten im Wasser wachsend © Dr. Rainer Zelinski
Erlenbruch Zarth (© Dr. Rainer Zelinski)

NSG und FFH-Gebiet Zarth (rund 278 ha)

Der Zarth stellt ein Quell- und Durchströmungsmoor dar, welches durch Druckwasseraustritt an den südlichen Randbereichen des Flämings gespeist wird. 

Das Gebiet ist durch naturnahe Stieleichen-Hainbuchenwälder, Erlen- Eschenwälder und Birken-Moorwälder gekennzeichnet, die zusammen mit den kalkreichen Pfeifengraswiesen, Feuchtwiesen und Seggenrieden, Torfstichen und naturnahen Fließgewässern ein einzigartiges Landschaftsmosaik bilden mit einer hohen Artenanzahl an bestandsbedrohten Pflanzen. Außerdem konnten über 90 verschiedenen Brutvogelarten und 13 Fledermausarten festgestellt werden. Zudem wurden in ihrem Bestand bedrohte Amphibien, Schmetterlinge und Libellen nachgewiesen, die auf nasse und feuchte Standorte angewiesen sind.

Naturschutzgebietsverordnung 

Erhaltungszielverordnung

NSG, FFH-Gebiet Rauhes Luch

Moor mit blühendem schmalblättrigen Wollgras von Birken im Hintergrund umrandet © Peggy Steffenhagen
Blütenteppich aus Schmalblättriges Wollgras (© Peggy Steffenhagen)

NSG und FFH-Gebiet Rauhes Luch (rund 42 ha)

Das Gebiet umfasst die Verlandungsmoore Rauhes Luch und Porathenluch sowie ein Kesselmoor, das Blanke Luch. Die Moorflächen sind von Nadelforsten umgeben. Der Moorkomplex ist das Ergebnis von Verlandungsprozessen in wassergefüllten Toteishohlformen bzw. in von Inlandeis ausgeformten Senken der Weichseleiszeit.

Die Sauer-Zwischenmoore wurden den FFH-Lebensraumtypen der Übergangs- und Schwingrasenmoore, Moorwälder und Dystrophe Seen zugeordnet. Die Moore beherbergen seltene und bedrohten Pflanzenarten wie Rundblättriger Sonnentau, Weißes Kopfried, Scheidiges Wollgras. Besonders hervorzuheben ist die vielfältige Moosflora mit insgesamt 55 nachgewiesenen Arten. Auf den Bulten kommen charakteristische Zwergsträucher wie Moosbeere und Rosmarienheide vor. Ein Großteil der Moorvegetation ist aufgrund sinkender Grundwasserstände gestört. Weiterhin wurden im Gebiet u.a. 9 Fledermausarten und der Moorfrosch nachgewiesen.

Erhaltungszielverordnung

FFH-Gebiet Dobbrikower Weinberg

Nahaufnahme einer Blütenwiese mit Ährigem Blauweiderich und Karthäusernelke © Anton Lehnig
Trockenrasen mit Blauweiderich und Karthaeusernelke (© Anton Lehnig)

FFH-Gebiet Dobbrikower Weinberg (rund 6 ha)

Auf dem einst terrassierten Hang wurde von den Zisterziensermönchen bis ins 18. Jahrhundert Wein angebaut. 

Heute zeichnet sich das kleinflächige FFH-Gebiet durch ein herausragendes Pflanzeninventar aus, wie es in Mittelbrandenburg nur noch selten anzutreffen ist. Auf dem südexponierten Hang mit kalkreichem Sandtrockenrasen wachsen mehr als 100 Pflanzenarten, darunter 28 Pflanzenarten der Roten Liste von Brandenburg und Deutschland, wie z.B. die Graue Skabiose, der Hügel-Meier oder der Blutrote Storchschnabel. Der Hang bietet einen optimalen Lebensraum für an trocken-warme Standorte angepasste Tierarten der Hautflügler (Bienen, Wespen, Hummeln), Springschrecken (Grillen, Grashüpfer), Käfer, Schmetterlinge und Reptilien. 

Für die lichtliebenden Pflanzen wird der Hang durch Landschaftspflege offengehalten und aufwachsende Baum- und Straucharten werden teilweise entfernt. 

Erhaltungszielverordnung

FFH-Gebiet Nuthe, Hammerfließ und Eiserbach

Mit Gehölzen gesäumte Nuthe und Wasserpflanzenbewuchs © Anton Lehnig

FFH-Gebiet Nuthe, Hammerfließ und Eiserbach (rund 617 ha)

Das Gebiet umfasst repräsentative Teile des Fließgewässersystems der Nuthe und des Baruther Urstromtals, wovon sich im Naturpark nur der Abschnitt der Nuthe von Saarmund bis südwestlich von Luckenwalde befinden. Den größten Flächenanteil der europäisch geschützten Lebensraumtypen bilden die fließgewässerbegleitenden Erlen-Eschen- und Weichholzauenwälder sowie die Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwälder. Fast alle Abschnitte der Nuthe, des Hammerfließes und des Eiserbachs wurden dem Lebensraumtyp Flüsse der planaren bis montanen Stufe zugeordnet. Kleinflächig wurden Binnendünen, alte bodensaure Eichenwälder, natürliche eutrophe Seen sowie feuchte Hochstaudenfluren erfasst. 

Von Arten der FFH-Richtlinie wurden im FFH-Gebiet Fischotter, Biber und Großer Heldbock nachgewiesen. 

Erhaltungszielverordnung

FFH-Gebiet Obere Nieplitz

schlängelnder Bach durch einen Mischwald
Erlenbruch Zarth (© Dr. Rainer Zelinski)

FFH-Gebiet Obere Nieplitz (rund 591 ha)

Das FFH-Gebiet erstreckt sich entlang der Nieplitz mit ihren Nebenarmen und Gräben von Frohnsdorf über Beelitz bis nach Zauchwitz. Die Nieplitz beherbergt seltene Wasserorganismen wie den Rapfen, das Bachneuenauge, die Große Flussmuschel und die Malermuschel. Auch Biber und Fischotter kommen an den Gewässern vor. In weiten Abschnitten wurde der Gewässerlauf in der Vergangenheit begradigt, zahlreiche Staueinrichtungen verhindern die Durchgängigkeit, so dass in der Zukunft durch Baumaßnahmen ein naturnaher Zustand angestrebt wird. 

Besonders das Quellgebiet der Nieplitz bei Frohnsdorf sowie die Fließgewässerabschnitte mit ihren fließbegleitenden Erlen-Eschenwäldern und Moorwäldern sind in einem naturnahen Zustand.

Bemerkenswert sind auch die Binnensalzstellen bei Salzbrunn und Schlalach. Sie beherbergen salztolerante Pflanzenarten, wie den Erdbeerklee oder den Strand Dreizack.

Erhaltungszielverordnung

FFH-Gebiet Saarmunder Berg

Beesenheidestrauch und Heidelandschaft im Vordergrund und Blick auf einen Sandberg von Wald umrandet © Rita Maschke
Saarmunder Heide (© Rita Maschke)

FFH-Gebiet Saarmunder Berg (rund 85 ha)

Die Entstehung der Saarmunder Heideflächen ist heute nicht mehr nachzuvollziehen. Vermutlich holzten die Anwohner den in der Karte von 1903 dargestellte Nadelwald für Bau- und Brennholz ab und beweideten anschließend die Flächen. Denkbar ist auch ein Abtrag der Vegetation für Brennmaterial und als Streu für Stallungen. 

Die Besenheideflächen im Verbund mit silbergrasreichen Trockenrasen und freien Sandflächen kommen europaweit selten vor. In diese Lebensräume ziehen sich zahlreiche Tier- und Pflanzenarten zurück, die auf Nährstoffarmut und trocken - warme Standorte angewiesen sind, wie beispielsweise die Astlose Graslilie, die Blauflüglige Ödlandschrecke, der Bienenwolf oder die Zauneidechse. 

Um ein Zuwachsen der Heide zu verhindern und Nährstoffe zu entziehen, mähen oder beweiden Landwirte, flämmt die Freiwillige Feuerwehr in den Wintermonaten die Heide und aufwachsende Gehölze werden zum Teil entfernt.

Erhaltungszielverodnung

FFH-Gebiet Seddiner Heidemoore und Düne

Moorfläche mit Seggen und jungen Kiefernaufwuchs und kleiner Wasserfläche, vor Altkiefern im Hintergrund  © Elisa Kallenbach
Offene Wasserfläche Seddiner Heidemoore (© Elisa Kallenbach)

FFH-Gebiet Seddiner Heidemoore und Düne (rund 21 ha)

Das kleinfächige Gebiet besteht aus 5 Teilflächen. Hervorzuheben ist das Vorkommen der sauren, nährstoffarmen Kessel- und Versumpfungsmoore, die sich während der letzten Eiszeit in ehemaligen Toteislöchern innerhalb einer eiszeitlichen Rinne gebildet haben. Die Moore sind den europäisch seltenen Übergangs – Schwingrasenmooren zuzuordnen und mit Torfmoos – Seggen – Wollgrasried, Birken - Moorwald und Erlenbruchwald bestanden. 

An den Rändern der eiszeitlichen Rinne sind vereinzelt Dünen aufgeweht, die zum Teil mit Flechten-Kiefernwald bewachsen sind. 

Mit der Vielfältigkeit an Habitatstrukturen hat das Gebiet eine hohe Bedeutung für an nährstoffarme Standorte angepasste Tierarten, wie z. B. der Libellen, Käfer, Spinnen, Schmetterlinge und Reptilien. 

Hervorzuheben sind die auf die Moore spezialisierte Gefleckte Heidelibelle und der Kleine Blaupfeil.

Erhaltungszielverordnung

FFH-Gebiet Seeluch-Priedeltal

Blühendes Wollgras in einem Moorbirken Wald © Peggy Steffenhagen
Moorbirken schmalbl Wollgras (© Peggy Steffenhagen)

FFH-Gebiet Seeluch-Priedeltal (rund 265 ha)

Das FFH-Gebiet besteht aus fünf Teilflächen, die sich zwischen Trebbin und Liebätz befinden. Es zeichnet sich durch charakteristische Ausschnitte des Schmelzwassertales der Nuthe und sandig- trockene Endmoränenkuppen aus. Hervorzuheben sind im Gebiet die Vorkommen von großräumig extensiv genutzten Feuchtwiesen, wieder vernässtem Niedermoorgrünland, Röhrichten, ausgedehnten Moorwäldern, Sauer- Zwischenmooren sowie trockenen, kalkreichen Sandrasen und lichten Flechten - Kiefernwäldern.

In den nassen Senken wurden als Arten der FFH-Richtlinie der Fischotter, der Kammmolch, die Bauchige und Schmale Windelschnecke, der Große Feuerfalter sowie in den Gräben der Schlammpeitzger und der Bitterling nachgewiesen. 

Mit hohen Grundwasserständen und späten Mahdterminen bietet das „Seeluch“ für seltene Vogelarten wie der Bekassine, dem Wiesenpieper und dem Tüpfel- Sumpfhuhn einen geeigneten Lebensraum.

Erhaltungszielverordnung