Schutzaktionen am Seddiner See von Erfolg gekrönt - junge Schilftriebe erobern sich ihren Ufergürtel zurück

Im April dieses Jahres bauten zahlreiche freiwillige Helfer in einer Gemeinschaftsaktion der Anliegergemeinden und des Naturparks Nuthe-Nieplitz meterlange Benjeshecken, um ein Betreten der schutzbedürftigen Uferzonen zu verhindern.

Nach nur zwei Monaten sind erste Erfolge sichtbar! Junge Schilftriebe wachsen wieder auf und erobern sich ihren Ufergürtel zurück. Ein wichtiger Schritt, um die Selbstreinigungskraft des Sees zu regenerieren.

Ein Dankeschön an alle Spaziergänger, Badende und Wassersportler, die mit Respekt vor der Natur die schutzbedürftigen Uferbereiche meiden!

Wir appellieren an die Standup-Paddler und Wassersportler, mindestens 20 Meter Abstand zu den Uferbereichen zu halten!

Hintergund:

Von dem sogenannten Flachwassersee nehmen ca. ein Drittel der Seefläche Flachwasserbereiche ein, die zum Ufer hin mit Schilf bewachsen waren. Seit 1988 ist der Wasserspiegel um 1,75 m gesunken und die vormals mit Wasser überströmten Bereiche sind nun trocken gefallene Uferzonen.

Der trockene Schilfgürtel und der anschließende breite sandige Uferstreifen waren bequem zugänglich und zogen viele Spaziergänger und Badende an. In der Folge wurden die Schilfhalme alter Pflanzen sowie junge Triebe zertreten und eine Regeneration des Schilfes unmöglich.

Schilf unterstützt die Seereinigung, in dem es dem Wassser Nährstoffe entzieht und speichert. Ein großer Teil der Schilfpflanze liegt im sauerstoffarmen Schlamm verborgen und wird über Luftkanäle der Schilfhalme mit Sauerstoff versorgt. Spaziergänger im Schilf treten das Schilf um und unterbrechen damit die Sauerstoffversorgung - das Schilf stirbt ab. Bisher unbewachsene Uferstreifen können durch die Bildung von Ausläufern von jungen Schilftrieben besiedelt werden. Auch die jungen Triebe haben durch Spaziergänger keine Chance.

Zudem brüten zahlreiche Vogelarten im Schilf. Bei Annäherung durch Wanderer, Boote, Standup-Paddler und Badende werden die Nester oft von den Eltern verlassen, Nesträuber haben günstige Bedingungen oder ein Abkühlen der Eier führt zum Absterben der Gelege.

Gebiet

  • Naturpark Nuthe-Nieplitz

Meldung vom 22.06.2021