Der naturnahe Verlauf der Nieplitz als Blühwelle präsentiert

An der B2 südlich von Beelitz erstrahlt in diesem Sommer die Agrarflur in Rot und Blau. Das Landesumweltamt präsentiert mit Hilfe von Wildblumen die geplanten Renaturierungsmaßnahmen der breiten Öffentlichkeit. Das aus Kornblume, Glockenblume und Wegwarte zeigen, wie die zukünftig renaturierte Nieplitz bei Niedrigwasser verläuft. Das Rot und Orange von Mohn und Ringelblume stellen das Profil des Flusses bei Hochwasser dar. Die Blühwelle zeigt nicht nur den zukünftigen Gewässerverlauf, sondern zieht gleichzeitig viele Insekten an.

Für diese Idee stellte das Landgut Hennickendorf Flächen bereit, bearbeitete den Boden und brachte das Saatgut ein. Kerstin und Lutz Pahl vom Blühstreifen Verein e.V. berieten gern bei der Pflanzenwahl.

Hintergrund:

Die einst geschwungene Nieplitz wurde im Laufe der Zeit vertieft und stark begradigt. So konnte das Wasser schneller abfließen, um die Flussaue landwirtschaftlich zu nutzen. Zusätzlich sollte der Wasserstand gesteuert werden. Deshalb wurden alle drei Kilometer Wehre eingebaut. Diese stauen das Wasser, der Fluss kommt zum Stehen und verschlammt. Fische und andere Wasserlebewesen können die Stauanlagen nicht durchwandern und Flusssedimenten lagern sich ab.

Aufgrund der klimatischen Veränderungen nimmt das Wasserdargebot ab. Folglich ist das vom Menschen vom Menschen geschaffene Flussbett der Nieplitz zu groß und entwässert in niederschlagsarmen Zeiten die Landschaft vermehrt. Das Grundwasser sinkt weiter ab. Um eine Entwässerung der Landschaft bei Niedrigwasser aufzuhalten und bei Hochwasser Siedlungen vor Überschwemmungen zu schützen, benötigt die Nieplitz ein Niedrigwasser- und ein Hochwasserprofil.

Zugleich wird mit dem Umbau der Nieplitz und seiner Stauanlagen die natürliche Flussdynamik angeregt und Wasserbarrieren aufgehoben. Strukturen wie Sandbänke und Kolke können sich entwickeln und Lebensräume für Fische, Insektenlarven und Kleinstorganismen bieten.

Gesetzliche Grundlage der geplanten Renaturierung ist die Europäische Wasserrahmenrichtlinie, die den guten ökologische Zustand einschließlich die Durchgängigkeit aller natürlichen Fließgewässer für Wasserbewohner und Sedimente fordert. Dieser Zielsetzung hat sich das Landesumweltamt Brandenburg angenommen. Gleichzeitig dienen die geplanten Maßnahmen dem Schutz und Erhalt von europäisch geschützten Lebensräumen und Arten im Naturpark Nuthe-Nieplitz.

Um der Öffentlichkeit zu zeigen, welchen Flächenbedarf ein Umbau der begradigten Nieplitz erfordert, wurde die Idee der Blühwelle umgesetzt.

Die Blühwelle ist ein Dankeschön an alle privaten Eigentümer und Landwirte, welche für die Renaturierung der Nieplitz bereits Flächen zur Verfügung gestellt haben.

Gebiet

  • Naturpark Nuthe-Nieplitz

Meldung vom 30.06.2021