Tiere

Kranich (Grus grus)

Kranich (Grus grus)" Wappentier" des Naturparks ist der graue Kranich (Grus grus). Er ist eine von 15 auf dem Erdball vorkommenden Kranicharten. Seine Heimat erstreckt sich westlich der Elbe bis zum Ochotskischen Meer in Ost-Asien. Mit einer Größe von 1 bis 1,25 Meter bringt die Tiere 5 bis 6 Kilogramm auf die Waage. Kraniche werden bis zu 40 Jahre alt, führen eine Dauerehe und beginnen im Alter von 3 bis 5 Jahren zu brüten. Ein bis zwei Junge schlüpfen in der Regel aus einem Gelege - nach zwei Tagen verlassen sie das Nest, nach 10 Tagen sind sie flügge. Der Kranich ist sehr störungsempfindlich. Seine Fluchtdistanz beträgt 300 bis 400 Meter. Von März bis Juli dürfen die Vögel beim Brutgeschäft überhaupt nicht gestört werden, sonst brechen sie die Brut ab. Mindestens 15 Brutpaare dieser landesweit gefährdeten Art und um ein Vielfaches stärkere Junggesellentrupps halten sich jedes Jahr im Naturparkgebiet auf. Hinzu kommen im Frühjahr und Herbst zahlreiche rastende Kranichtrupps, Zugvögel aus nördlicheren Gefilden, die im Land zwischen Nuthe und Nieplitz eine Pause einlegen. Brandenburg hat, nach Mecklenburg-Vorpommern, das zweitgrößte Kranichvorkommen Deutschlands. Insgesamt wurden in Deutschland 1.300 Brutpaare gezählt, 1.200 davon östlich der Elbe. Der beeindruckende Großvogel hat von jeher die Phantasie der Menschen beflügelt. Seine mythische Bedeutung als "Vogel des Glücks" und der Gerechtigkeit ging in die Literatur ein.

Weißstorch (Ciconia ciconia)

Weißstorch (Ciconia ciconia) Im Naturpark brüten jährlich 25 bis 28 Brutpaare über den Sommer. Sie sind ein Qualitätszeichen für Grünland mit vielfältigem Nahrungsangebot (Heuschrecken, Regenwürmer, Mäuse, Maulwürfe). Der sprichwörtliche Frosch ist dabei nur Kompott.  Ein Brutpaar benötigt 2 bis 4 Kilogramm Nahrung je Tag. Nahrungsmangel in intensiv genutzten Landschaften ist der größte Gegner des Rotbeiners.  Im Naturpark wurden die Storchengemeinden mit Infotafeln gekennzeichnet.

Der Feuerfalter (Lycea dispar)

Der Falter bevorzugt für die zweimal im Jahr anstehende Eiablage den großen Flussampfer (Rumex hydrolapathum). Seiner Raupe dient er später als Fraßpflanze. Von feuchten Wiesen längst verschwunden, wächst der Flussampfer nur an Gräben mit steter Wasserführung, deren Böschungen nicht jährlich gemäht werden. Im Naturpark wird der feurige Falter in Naturschutzgebieten zwischen Nuthe und Nieplitz durch partielle Unterlassung der Grabenpflege bzw. wechselseitige Böschungsmahd gefördert. Auch extensive Nutzung feuchter Wiesen oder zeitweise überstautes Grünland erhält den Lebensraum des Feuerfalters.

Der Wiedehopf (Upupa epops)

Wiedehopf (Upupa epops) (Foto: Staatl. Vogelschutzwarte, Thorsten Ryslavy))
Wiedehopf (Upupa epops) (Foto: Staatl. Vogelschutzwarte, Thorsten Ryslavy))

Der unverwechselbare Vogel war früher vielerorts in Deutschland zu Hause. Die kalte Jahreszeit verbringt er in Afrika.  Seine Jungvögel sondern bei Gefahr ein stinkendes Sekret ab, um sich vor Feinden zu schützen. Der volkstümliche Ruf "zu stinken wie ein Wiedehopf", geht auf dieses Phänomen zurück.  Der frühere Truppenübungsplatz und jetziges Naturschutzgebiet "Forst Zinna-Jüterbog Keilberg" bietet mit seinen Sandheiden einen idealen Lebensraum für den Wiedehopf, der hier genügend Nahrung (Heuschrecken, Tausendfüssler, Spinnen und Raupen), aber auch geeignete Bruthöhlen findet. Ein landesweites Programm zur Ausbringung von speziellen Niströhren trägt zur Bestandsförderung bei.